Zum Weihnachtsfest gehört ein Weihnachtsbaum. Da wir gewarnt wurden, uns den Weihnachtsbaum zu zeitig zu kaufen, weil sonst zu Heiligabend ein nadelfreier Besen in der Ecke steht, wollten wir am letzten Wochenende vorm fest zuschlagen. Leider hatte die staatliche mexikanische Plankommission festgelegt, dass jeglicher Verkauf natürlicher Weihnachtsbäume nach dem 3. Advent einzustellen sei. Und so drehten wir mit langen Gesichtern unsere Runden durch D.F. und die anliegenden Gegenden: Egal, ob Walmart oder Baumarkt oder sonstwo - dort, wo einem wochenlang die schönsten Bäume präsentiert wurden, herrschte gähnende Leere. Und so entschieden wir uns in letzter Not für ein Kunstprodukt (wenigstens kostete er nur 450 statt ursprünglich 1400 Peso) und praktizierten am Baum die weltweite Globalisierung: Baum aus Thailand, paar Kugeln “Made in China” und etliche handgefertigte und handbemalte Prachtstücke aus einer Manufaktur im Süden von Mexiko-Stadt. Mangels Lametta (das Zeug hatten wir natürlich nicht von zu Hause mitgebracht) dekorierten wir letztendlich die Zimmerlinde mit einigen silbernen Lamettaboas.
In der Not frißt der Teufel Fliegen und jetzt haben wir wenigstens in der Wohnung ein bisschen Weihnachtsatmosphäre. Beim Blick nach draußen, auf Palmen, blauen Himmel mit Sonnenschein und mehr als 25 °C, kommt nämlich wenig Festtagsstimmung auf…